Förderverein Archäologische Forschung

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Ein verfüllter Brunnen in der Weender Straße

2004 fanden auf dem Grundstück Weender Straße 48 die Arbeiten zur Sanierung zweier Ladengeschäfte statt. Das Grabungsteam der Stadtarchäologie konnte insgesamt etwas über 160 qm² Fläche und knapp 120 Befunde dokumentieren. Zahlreiche Befunde entfielen auf einen verfüllten Brunnen. Der knapp 5 m tiefe Schacht konnte fast vollständig ausgenommen werden. Die Verfüllung enthielt in einigen Abschnitten mehr Funde als Erde; ganze Wannen voller Tonscherben, Glasfragmente und Kleinfunde wurden geborgen. Insgesamt konnte eines der bisher größten frühneuzeitlichen Fundensembles im Bereich Südniedersachsen gesichert werden. Fast 250 Keramikgefäße, über 100 Gläser und Flaschen, sowie unzählige Sonderfunde wurden erfasst und katalogisiert. Geschätzt besteht das Inventar der Grabung aus mehreren hundert Kilogramm Fundmaterial!

Eine Gesamtpublikation der Funde wurde unter finanzieller Beihilfe des Fördervereins archäologische Forschung Göttingen 2006 beschlossen und beim Ausgräber Kai Gößner in Arbeit gegeben. Der erste Teil dieser Auswertung erschien im Januar 2008 im Göttinger Jahrbuch Band 55. Begleitend fand ein Vortrag über die Grabungserkenntnisse statt. Der zweite und abschließende Teil der Auswertung soll im kommenden Göttinger Jahrbuch publiziert werden. Speziell für Zeichnungen, Archiv- und Literaturrecherche und das Erstellen eines Berichts fielen Kosten an, die ohne den Förderverein nicht finanzierbar gewesen wären. Eine „normale“ Publikation, nur im Rahmen der stadtarchäologischen Arbeit, war allein durch die extreme Fülle des Materials  nicht möglich. Viele interessante Details, wie die Jahrgenaue Datierung der Fundstelle, kamen erst durch zeitintensive Recherche zu Tage. Ebenso konnten bereits einige kostenintensive Restaurations- und Konservierungsmaßnahmen bezahlt werden; andere stehen jedoch noch aus.  

 

Die gefundenen Gefäße in der Gesamtübersicht